Lucius D. Clay

Lucius D. Clay

Katharina die Große

Katharina die Große

Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg (rechts) und Clara Zetkin, 1910
Rosa Luxemburg (rechts) und Clara Zetkin, 1910

Leopold Von Ranke

Leopold Von Ranke, 1877
 

Geschichts
Schatzkammer

Vor 75 Jahren - am 30. Januar 1933:

Eine folgenreiche Entscheidung Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler - der so genannten Machtergreifung - kam am 30. Januar 1933 die größte Mordmaschinerie der Menschheitsgeschichte in Gang. Der S. Fischer Verlag hatte sofort darunter zu leiden. Viele Autoren durften nicht mehr erscheinen und gingen - wie wenig später auch der Verlag - ins Exil (z. B. Thomas Mann, Heinrich Mann, Stefan Zweig, Alfred Döblin, Franz Werfel, Carl Zuckmayer). Vor diesem Hintergrund konzipierte der Fischer Verlag in den späten 70er Jahren die Taschenbuchreihe "Die Zeit des Nationalsozialismus", besser bekannt als die "Schwarze Reihe", die größte Reihe weltweit zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust. Auf folgenden Seiten haben wir Ihnen zusammen mit dem S. Fischer Verlag Buchtitel zum Thema Machtergreifung und die Folgemonate zusammengestellt. Außerdem können Sie sich auf der folgenden Seite das Interview von Dr. Sigurd Martin (Online Marketing S. Fischer Verlag) mit Herrn Prof. Dr. Pehle (Herausgeber der Schwarzen Reihe) herunterladen und anhören. Weiter zum Special



P.M. HISTORY Klassiker des Monats:

Carl Zuckmayer:
Der Hauptmann von Köpenick

Ein hinterhältiges deutsches Märchen über Anbetung des Militärischen, Uniform-Kult und die Freude am Gehorchen-Dürfen. Mit seinem Drama schuf Carl Zuckmayer eines der großen deutschsprachigen Bühnenwerke des 20. Jahrhunderts.

"Ein als Hauptmann verkleideter Mensch führte gestern eine von Tegel kommende Abteilung Soldaten nach dem Köpenicker Rathaus, ließ den Bürgermeister verhaften, beraubte die Gemeindekasse und fuhr in einer Droschke davon." Das Ereignis, über das die Berliner Zeitungen am 17. Oktober 1906 berichteten, griff 24 Jahre später der Theaterschriftsteller Carl Zuckmayer wieder auf. Rund um die schicksalhafte "Verbindung" des Zuchthäuslers Wilhelm Voigt mit einer Hauptmanns-Uniform beschreibt er die Schwächen des deutschen Volkscharakters. Um diesem buchstäblich auf den Leib zu rücken, spielt der Autor virtuos mit dem eigentümlichen Charme und der Ehrlichkeit des Dialekts; wohlbekannte Typen und haarsträubende Situationen halten der Gesellschaft den Spiegel vor. Als das Stück über die Kaiserzeit 1931 zur Uraufführung kommt, sind die Nationalsozialisten bereits zweitstärkste Partei in Deutschland. Seine ungebrochene Aktualität macht es in kürzester Zeit zum Kassenschlager an über hundert Theatern - bevor es 1933 verboten wird. Durch die Verfilmung mit Heinz Rühmann geht der "Hauptmann von Köpenick" 1956 in die Filmgeschichte ein.

Mehr zum "Hauptmann von Köpenick" auf P.M. History

Bücher zum "Haupmann vom Köpenick" finden Sie hier



Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen:


Gebrüder Grimm
 
Die Hexe im Knusperhaus, das schöne Schneewittchen, das jähzornige Rumpelstilzchen... Die Figuren aus Grimms Märchen sind alte Bekannte aus der Kindheit. Wer die Geschichten über den Kampf zwischen Recht und Unrecht, Gut und Böse oder die Natur des Glücks jedoch als Kinderkram abtut, hat sie nie wirklich gelesen. Denn die Sammlung an Mythen, Sagen und Volkserzählungen, die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm im Jahr 1812 erstmals veröffentlichen, ist ein einzigartiger Spiegel der deutschen Volksseele.

Die Grimms, verarmte Söhne eines Juristen und Stadtschreibers aus Hanau, hatten schon früh ihre Leidenschaft für das Archivieren deutschen Kulturguts entdeckt. Mit dem Autor Clemens Brentano sammelten sie Lieder vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert, die als "Des Knaben Wunderhorn" veröffentlicht wurden, parallel zu den Märchen trugen sie deutsche Vokabeln und Grammatik-Regeln zusammen, und Jacob Grimm publizierte 1828 eine Kollektion "Deutscher Rechtsaltertümer". Doch was entdeckten sie auf dem Grund von Volkes Seele? Ein Panoptikum von putzigen Charakteren, die komisch sind wie die Bremer Stadtmusikanten, melodramatisch wie Dornröschen und sexy wie Rapunzel. Dazu Geschichten, die zum Fürchten sind wie die vom Rotkäppchen und dabei menschlichte Ur-Ängste ausdrücken, oder romantisch wie die vom Aschenputtel, in der sich die Träume jedes jungen Mädchens spiegeln. Eine Fundgrube mit nostalgischem Charme.

Mehr zu den Brüder Jacob und Wilhelm Grimm bei P.M. History

Bücher zu den Brüder Jacob und Wilhelm Grimm finden Sie hier.



Die Serenissima - Die Geschichte Venedigs (Teil 1)

General Lucius D. Clay
"Esto perpetua": Die Legende will es, dass diese Aufforderung die letzten Worte des Mönches Paolo Sarpi waren, die er 1623 an seine Heimat Venedig richtete. "Sei ewig" - in der Tat gelang es der Serenissima Repubblica di San Marco (der erlauchtesten Republik des Heiligen Markus) elf Jahrhunderte lang im von Kriegen und Revolutionen erschütterten Europa seine Unabhängigkeit zu wahren und zu einer der kulturell bedeutendsten Städte des Kontinents aufzusteigen. Die prächtigen palazzi und die reich geschmückten Kirchen der Lagunenstadt sind bis heute Zeugen dieser großen Vergangenheit.

Angefangen hatte alles ganz bescheiden. Im 6. Jahrhundert siedelten sich zahlreiche Flüchtlinge aus Oberitalien, die sich vor den plündernden Hunnen und Germanen und später den Langobarden retten konnten, in den Sümpfen und auf den Inseln der Brenda-Mündung an. Sie lebten vor allem vom Fischfang und von der Salzgewinnung. Um die Siedlungen zu vergrößern, rammten die ersten Venetici Holzpfähle in den sumpfigen Boden und errichteten darauf Hütten. Als das Ostgotenreich durch den byzantinischen Kaiser Justinian erobert wurde, fielen die Siedlungen in der Lagune unter byzantinische Herrschaft. Daher ernannte der Kaiser von Byzanz 697 den ersten Dogen (vom lateinischen dux für Herzog) von Venedig. 811 verlegte der Doge Angelo Participazio den Regierungssitz Venetiens auf den Rialto (von rio alto für hohes Ufer).





"Ihr Völker der Welt ... schaut auf diese Stadt!" Ernst Reuter und die Berlin-Blockade


Luftbrücke

Berlin am 9. September 1948: Vor dem Reichstagsgebäude haben sich mehr als 300.000 Menschen versammelt. Auf der bisher größten Veranstaltung in Westberlin demonstrieren sie gegen die Sowjetunion und gegen die seit Juni des Jahres laufende Berlin-Blockade. Hauptredner der Demonstration ist Ernst Reuter. In einem dramatischen Appell beschwört er die Westberliner, nicht aufzugeben. Zugleich bittet er die Völkergemeinschaft, die Stadt nicht fallen zu lassen: "Das Volk von Berlin hat gesprochen. Wir haben unsere Pflicht getan, und wir werden unsere Pflicht auch weiter tun. Völker der Welt! Tut auch ihr eure Pflicht und helft uns in der Zeit, die vor uns steht, nicht nur mit dem Dröhnen eurer Flugzeuge, nicht nur mit den Transportmöglichkeiten, die ihr herbeischafft, sondern mit dem standhaften, unzerstörbaren Einstehen für die gemeinsamen Ideale, die allein unsere Zukunft sichern können. Völker der Welt, schaut auf Berlin!"


Der Deutsche Herbst



"Das geht einem ans Magere", so erinnert sich Helmut Schmidt 30 Jahre nach dem Deutschen Herbst in trockenem Hamburgisch an jene sechs Wochen zwischen dem 5. September und dem 19. Oktober 1977, in denen der Terror der Roten Armee Fraktion (RAF) seinen blutigen Höhepunkt erreichte und in denen er als Bundeskanzler Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen hatte. Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer wurde entführt und später ermordet, die Lufthansa-Maschine "Landshut" gekapert, und schließlich begingen die Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Zellen in Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Doch meint der Begriff "Deutscher Herbst" nicht nur die dramatischen Ereignisse im September und Oktober 1977, sondern auch das überreizte Klima in der Bundesrepublik angesichts der völlig neuen Bedrohung durch den Terrorismus. Denn obwohl der Staat durch eine Handvoll Desperados zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet war, mischte sich in den Schock über die Brutalität der RAF das Gefühl, Westdeutschland befände sich im Notstand oder gar im Krieg. Außerdem polarisierte die RAF. Als etwa der Schriftsteller Heinrich Böll versuchte, die Motive der Terroristen nachzuvollziehen, geriet er in Teilen der Öffentlichkeit in den Verdacht, ein Sympathisant der RAF zu sein und den Terror gutzuheißen. Auch warfen CDU und CSU linken Kreisen vor, jahrelang planmäßig Systemverachtung gezüchtet zu haben.